Kirche & SPD - Ulrich Maly in Roßtal

15. November 2019

"Willkommen zu einem besonderen Abend" – mit diesem Satz begann die diesjährige Veranstaltung der Reihe "Kirche & SPD" am 08.10.2019. Diesen Begrüßungsworten des Pfarrers Jörn Künne wurde die Veranstaltung mehr als gerecht.

Nach der Veranstaltung zum Thema Wasser im letzten Jahr wurde rund um die Losung dieses Kirchenjahres – "Suche Frieden und jage ihm nach" – wieder eine gemeinsame Veranstaltung organisiert. Kernstück des Abends war dieses mal eine Rede des Nürnberger Oberbürgermeisters Ulrich Maly zum Thema "Frieden und Menschenrechte" mit anschließender Podiumsdiskussion.

In den Begrüßungsworten von Wolfgang Goroll, dem Vorsitzenden der örtlichen SPD und Herrn Künne, kamen neben dem Hinweis auf zwei gut zum Motiv des Abends passenden Jahrestagen – Beginn des zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren und die friedliche Revolution in der DDR vor 30 Jahren – auch schon verschiedene aktuelle Konfliktherde und die Geschichte des Wortes "Frieden" im Nahen Osten kurz zur Sprache.

Dem gut aufgelegten Ulrich Maly fiel es daraufhin nicht schwer, einen flüssigen Einstieg in seine Rede zu finden und das zahlreiche Publikum mitzunehmen. Auch er sprach die Jahreslosung an und stellte vor allem den in Psalm 85 genannten Zusammenhang zwischen Wahrheit und Gerechtigkeit heraus. (Vers 11: Güte und Wahrheit sind sich begegnet, Gerechtigkeit und Frieden haben sich geküsst.)

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*v.l.n.r.: Jörn Künne (Pfarrer), Dr. Ulrich Maly (1. Bürgermeister Stadt Nürnberg), Rainer Gegner (Bürgermeisterkandidat & Schriftführer) Johann Völkl (1. Bürgermeister Markt Roßtal), Wolfgang Goroll (1. Vorsitzender)

Seine Rede – oft mit Anekdoten und Zitaten aufgelockert – begann damit, dass ein Teil der Bevölkerung keinen Zugang zu politischer Teilhabe besitze. Statistisch gesehen seien dies vor allem die unteren Einkommensschichten mit schlechter Bildung, und als Politiker sei man immer dem Dilemma ausgeliefert, dass diese Nichtwähler ebenfalls Politik in ihrem Namen verdienten (und bräuchten), man aber als Politiker auch den (eigenen) Wählern verpflichtet sei. Ein exotisches und doch eingängiges Beispiel für eine Ungerechtigkeit, die auch Unfrieden erzeugen könnte.
Er begann nun einen Bogen von der oft empfundenen "Welt, die aus den Fugen ist", und der Sorge um die Zukunft der nächsten Generation über die vorhandenen Baustellen der sozialen Marktwirtschaft (zum Beispiel hinsichtlich der ungleichen Verteilung der Vermögen) bis zum Thema Angst, Quellen von Angst und wie Menschen sich im Angesicht der Angst verhalten.
Zwischen all diesen Themen stand das Thema des Friedens in der Form der Frage "Wie wollen wir miteinander umgehen". Auch die Rolle Deutschlands in der Europäischen Union und die Ungerechtigkeiten, die unser eigenes Land derzeit übervorteilen, fanden an dieser Stelle Erwähnung – sowohl aus wirtschaftlicher Sicht als auch hinsichtlich des Dublin-III-Abkommens.

Zuletzt kehrte er mit einigen Worten zu politischer Teilhabe thematisch zum Beginn seiner Rede zurück mit dem Gedanken, dass gegen die Sorgen und Ängste der Menschen neben der Umverteilung von Vermögen auch eine Umverteilung von Aufmerksamkeit notwendig sei, da viel diskutierte Themen auch stärker die Wahrnehmung und das Problembewusstsein der Menschen prägen würden.

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Nach dem Ende der Rede, folgte nach kurzer Moderation die Podiumsdiskussion, an der neben Herrn Maly auch der 1. Bürgermeister Völkl und Pfarrer Künne teilnahmen. Die hier besprochenen Themen reichen vom allgemeinen Tempolimit über den Umgang der Stadt Nürnberg mit Veränderungen bis zur Gestaltung von Herrn Malys Zeit nach seiner Pensionierung und brachten einige durchaus interessante Stellungnahmen hervor.

Es war eine rundum erfolgreiche Veranstaltung – eben "ein besonderer Abend".

Henry Alwon

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